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Poschiavo
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Poschiavo, im lombardischen Ortsdialekt Pus’ciav cite-ref-lsg-5-0[5] (deutsch/rĂ€toromanisch Puschlav), ist eine politische Gemeinde im sĂŒdlichen Kanton GraubĂŒnden, Schweiz. Zusammen mit der Nachbargemeinde Brusio bildet Poschiavo die Talschaft Puschlav (italienisch Val Poschiavo) sowie die Region Bernina und ist damit Teil der italienischen Schweiz.

Contents

‱ Geographie
‱ Klima
‱ Geschichte
‱ Ortsname
‱ Wappen
‱ Entwicklung
‱ Sprachen
‱ Wirtschaft
‱ Verkehr
‱ Kultur
‱ Bilder
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Geographie

Poschiavo liegt rund 15 Kilometer sĂŒdlich des Berninapasses, der das Engadin mit dem Veltlin verbindet. Das Gemeindegebiet umfasst das obere Puschlav samt SeitentĂ€lern und erstreckt sich von der Wasserscheide im Norden des Tales, welche unter anderem durch die Berninagruppe und die Forcola di Livigno gebildet wird, bis zum sĂŒdlichen Ende des Lago di Poschiavo (deutsch: Puschlaversee) auf 962 m. Höchster Punkt des im Westen und Osten von GebirgskĂ€mmen begrenzten Territoriums ist der mittlere Gipfel des Piz PalĂŒ mit 3901 m.

Die Dauersiedlungen liegen zumeist an oder in der NĂ€he der Talstrasse und werden in drei Gruppen (squadri) eingeteilt:

‱ Squadra del Borgo, bestehend aus dem Hauptort (borgo, Poschiavo im engeren Sinne) und dem Dorf Cologna;
‱ Squadra di Aino, nördlich gelegen, bestehend aus dem Dorf San Carlo und den Weilern Somaino, Angeli Custodi, Percosta, Permunt und SfazĂč;
‱ Squadra di Basso, sĂŒdlich gelegen, bestehend aus

‱ Sant’Antonio mit Campiglione, Li Curt und La Rasiga,
‱ Prada mit Annunziata,
‱ Le Prese mit Cantone, Pagnoncini und einem Teil von Miralago.

Ausserdem umfasst das Gemeindegebiet eine Vielzahl von MaiensÀssen und Alpsiedlungen.

Die flÀchenmÀssig viertgrösste Gemeinde des Kantons ist eine der waldreichsten der Schweiz. Im Jahr 1997 wurden 19,8 % der GemeindeflÀche landwirtschaftlich genutzt, der Wald nahm 32,1 % ein, die Siedlungen 1,8 %. Als unproduktiv galten 46,2 %.

Nachbargemeinden sind Pontresina und Brusio sowie die zur italienischen Provinz Sondrio gehörenden Gemeinden Livigno, Valdidentro, Grosio, Grosotto, Chiuro und Lanzada.

Klima

FĂŒr die Normalperiode 1991–2020 betrĂ€gt die Jahresmitteltemperatur 7,6 °C, wobei im Januar mit −1,4 °C die kĂ€ltesten und im Juli mit 16,5 °C die wĂ€rmsten Monatsmitteltemperaturen gemessen werden. Im Mittel sind hier rund 132 Frosttage und 11 Eistage zu erwarten. Sommertage gibt es im Jahresmittel 23, wĂ€hrend im Schnitt in vier von fĂŒnf Jahren ein Hitzetag zu verzeichnen ist. Die MeteoSchweiz-Wetterstation liegt auf einer Höhe von 1078 m ĂŒ. M.

Der Hitzerekord in Poschiavo wurde am 27. Juni 2019 mit 34,3 °C gemessen.cite-ref-7[7]

Geschichte

FrĂŒhgeschichte und Mittelalter

Die Bedeutung der im Tal gemachten Funde aus römischer Zeit konnte noch nicht abschliessend geklĂ€rt werden. Sicher ist die frĂŒhmittelalterliche Landnahme vom Veltlin her. Der Ort Postclave und dessen Taufkirche, wahrscheinlich die spĂ€tere Stiftskirche St. Viktor (ital. San Vittore), werden urkundlich im Jahr 824 erwĂ€hnt. VerstĂ€rkt wurde das Puschlav im 11. Jahrhundert besiedelt. Aus jener Zeit stammen die Kirchen San Pietro bei Poschiavo und San Romerio 830 Meter ĂŒber dem Lago di Poschiavo.

Im 13. Jahrhundert erschien Poschiavo als Lehnsgut des Churer Bischofs. Nach wechselnden Obrigkeiten gelangte das Tal 1350 unter mailĂ€ndische Herrschaft, von der es sich 1406 gewaltsam befreien konnte. Die nun stets als Einheit auftretende CumĂŒn (Talgemeinde, inklusive Brusio) suchte Schutz beim Bischof von Chur und trat am 29. September 1408 dem Gotteshausbund bei. Mit dem Auskauf der bischöflichen Rechte wurde 1494 die volle UnabhĂ€ngigkeit als Hochgericht innerhalb des Gotteshausbundes erreicht.

Reformation und Gegenreformation; Offizin Landolfi

Um die Mitte des 16. Jahrhunderts strömten zunehmend italienische GlaubensflĂŒchtlinge auch ins Puschlav. Sie konnten hier frei von Verfolgungen predigen und ihre Religion ausĂŒben, da das bereits mehrheitlich reformierte GraubĂŒnden die freie ReligionsausĂŒbung gewĂ€hrleistete. Die protestantische Gemeinde wurde 1547 von GlaubensflĂŒchtlingen aus Italien gegrĂŒndet.cite-ref-2-8-0[8]

Das Edikt von Ilanz 1557 erlaubte die Nutzung katholischer Kirchen auch fĂŒr den reformierten Gottesdienst, was unter den AltglĂ€ubigen fĂŒr Missstimmung sorgte.cite-ref-0-9-0[9] Gleichwohl wurden die evangelischen Gottesdienste wĂ€hrend Jahrzehnten in der katholischen Kirche San Vittore gefeiert, die von beiden Konfessionen gemeinsam genutzt wurde.cite-ref-2-8-1[8]cite-ref-3-10-0[10]

Mit dem Erstarken der Gegenreformation kam es am 19. Juli 1620 und den Folgetagen im Veltlin zum so genannten Veltliner Mord. Dessen Initiator und AnfĂŒhrer, Giacomo Robustelli hatte geplant, das Morden und Brandschatzen auch auf Poschiavo auszudehnen. Er drang am 21. Juli 1620 jedoch nur bis Brusio vor, wo die HĂ€user der Reformierten angezĂŒndet und die Protestanten ermordet wurden, denen die Flucht nicht gelungen war. Im Dezember 1622 wurde den Reformierten auf Grund einer PĂ€pstlichen Bulle die freie AusĂŒbung ihrer Gottesdienste untersagt. Ihr Seelsorger Jakob Rampa musste das Tal verlassen.cite-ref-12[11.1] 1623 verĂŒbte sodann eine im Veltlin gedungene Soldateska in Poschiavo ein Massaker, das auch als «sacro macello poschiavino» bezeichnet wird. Mehr als zwanzig Menschen evangelischen Glaubens, insbesondere Alte und Kinder, die auf der Flucht hinauf zum Berninapass nicht schnell genug vorankamen, wurden von den ihnen nacheilenden Soldaten getötet. Die HĂ€user der Protestanten wurden geplĂŒndert. Der blutige Vorfall setzte dem friedlichen Zusammenleben von Katholiken und Reformierten ein Ende.cite-ref-3-10-1[10] Es sollte dann bis zum Schiedsgerichtsentscheid der Drei BĂŒnde 1642 dauern, bis die Reformierten in Poschiavo eine eigene Kirche bauen durften. Das ZerwĂŒrfnis zwischen den Konfessionen hielt bis weit ins 20. Jahrhundert an, so dass bereits vom «Nordirland der Schweiz» die Rede war, wie die Neue ZĂŒrcher Zeitung noch am 30. MĂ€rz 2013 berichtete.cite-ref-2-8-2[8]

Im Jahr 1547 grĂŒndete Dolfino Landolfi in Poschiavo seine Offizin. Es war die erste Druckerei GraubĂŒndens. 1549 brachte er erste bedeutende Druckwerke heraus, darunter die Statuten des Veltlins, der erste italienischsprachige evangelische Katechismus von Pietro Paolo Vergerio und die pĂ€pstliche Liste der verbotenen BĂŒcher. Die Offizin spielte eine wichtige Rolle fĂŒr die Ausbreitung des Protestantismus im Veltlin und in Italien.cite-ref-0-9-1[9] 1620 wurden etliche Druckwerke Landolfis zerstört, aber die Druckerei Landolfi bestand mit Unterbrechungen weiter bis 1720.cite-ref-13[12]

Die Puschlaver Katholiken unterstanden bis 1870 dem Bistum Como, obwohl das Tal politisch zunĂ€chst zum Gotteshausbund und dann den Drei BĂŒnden gehörte, bis daraus dann der Kanton GraubĂŒnden wurde.

JĂŒngere Vergangenheit

Nach der turbulenten Phase der BĂŒndner Wirren im DreissigjĂ€hrigen Krieg nahm Poschiavo eine eher ruhige Entwicklung, die sich vor allem auf den Passverkehr und die Landwirtschaft stĂŒtzte. Vom 17. bis 19. Jahrhundert wanderten viele Puschlaver aus, bevorzugt nach Spanien, Portugal und Frankreich, einige auch nach Amerika oder Australien, um dort KaffeehĂ€user und Confiserien zu betreiben.

Die heutige Einteilung mit den selbstĂ€ndigen Gemeinden Poschiavo und Brusio besteht seit 1851. Mit dem Bau von Berninabahn und Kraftwerken 1904–1912 wurde das Tal aus seiner Abgeschiedenheit befreit. Die Bevölkerungszahl stabilisierte sich, und der Tourismus konnte sich als wichtiger Wirtschaftszweig entwickeln.

Im Sommer 1987 wurden grosse Teile des Ortes durch ein schweres Unwetter verwĂŒstet. Die grossen SchĂ€den wurden in jahrelanger Arbeit wieder behoben.cite-ref-1-14-0[13]

Ortsname

Der Ortsname Poschiavo geht auf lateinisch post clāvem zurĂŒck und bedeutet wörtlich «hinter dem SchlĂŒssel», wobei clāvis (zu claudere «schliessen, sperren») hier in der Spezialbedeutung «Riegel, Talenge» steht. Gemeint ist die Verengung, die das Puschlav gegen das Veltlin abschliesst.

Die Ă€ltere Ansicht, der Name gehe auf post lacum (deutsch: «hinter dem See») zurĂŒck, ist lautgeschichtlich nicht möglich. Verworfen als unnötig und hypothetisch wird von der heutigen Namenforschung ĂŒberdies ein ebenfalls Ă€lterer, im Zusammenhang mit dem sprachlich verwandten Ortsnamen Chiavenna geĂ€usserter Vorschlag, den Namen auf eine nicht nĂ€her bekannte vorlateinische Substratsprache zurĂŒckzufĂŒhren, wobei als Grundlage ein «Schuttkegel» bedeutendes Appellativ *clava anzunehmen sei.cite-ref-lsg-5-1[5]

Wappen

Bevölkerung

Entwicklung

| Bevölkerungsentwicklung | Bevölkerungsentwicklung | Bevölkerungsentwicklung | Bevölkerungsentwicklung | Bevölkerungsentwicklung | Bevölkerungsentwicklung | Bevölkerungsentwicklung | Bevölkerungsentwicklung | Bevölkerungsentwicklung | Bevölkerungsentwicklung | Bevölkerungsentwicklung | Bevölkerungsentwicklung | Bevölkerungsentwicklung |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Jahr | 1850 | 1860 | 1870 | 1900 | 1910 | 1950 | 1980 | 1990 | 2000 [ 13 ] | 2010 | 2020 | |
| Einwohner | 2888 | 2741 | 2890 | 3102 | 3676 | 4034 | 3294 | 3178 | 3225 | 3506 | 3432 [ 14 ] | |

Nach einer ersten grossen Auswandererwelle zwischen 1850 und 1860 wuchs die Bevölkerung bis 1950 ununterbrochen an (1850–1950: +39,68 %). Besonders gross war der Zuwachs zwischen 1900 und 1910, als die Berninabahn vollendet war. Eine zweite Abwanderungswelle zwischen 1950 und 1990 fĂŒhrte in die Industriezentren und Touristenorte (1950–1990: −21,22 %). Seither wĂ€chst die Bevölkerungszahl wieder (1990–2005: +9,72 %).

Sprachen

Umgangssprache ist der alpinlombardische Dialekt Pus’ciavin. Er wurde im Jahr 1900 von 2992 (= 96,45 %) der Einwohnerschaft gesprochen. Heute hat sich der Anteil der Italienischsprachigen bei rund 90 % eingependelt, wie folgende Tabelle zeigt:

| Sprachen in Poschiavo | Sprachen in Poschiavo | Sprachen in Poschiavo | Sprachen in Poschiavo | Sprachen in Poschiavo | Sprachen in Poschiavo | Sprachen in Poschiavo |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Sprachen | VolkszÀhlung 1980 | VolkszÀhlung 1980 | VolkszÀhlung 1990 | VolkszÀhlung 1990 | VolkszÀhlung 2000 | VolkszÀhlung 2000 |
| Sprachen | Anzahl | Anteil | Anzahl | Anteil | Anzahl | Anteil |
| Italienisch | 3028 | 91,92 % | 2858 | 89,93 % | 2917 | 90,45 % |
| Deutsch | 208 | 6,31 % | 255 | 8,02 % | 255 | 7,91 % |
| RĂ€toromanisch | 24 | 0,73 % | 22 | 0,69 % | 14 | 0,43 % |
| Einwohner | 3294 | 100 % | 3178 | 100 % | 3225 | 100 % |

Einzige Amtssprache der Gemeinde ist das Italienische.

Herkunft und NationalitÀt

Von den Ende 2005 3487 Bewohnern waren 3246 (= 93,09 %) Schweizer Staatsangehörige.

Wirtschaft

Infrastruktur und Sektoren

Als Standort von Sekundarschule, Gewerbeschule und Spital bildet Poschiavo den Mittelpunkt des Tales. Die wirtschaftliche Struktur ist durch eine Vielzahl kleinerer Handwerks-, Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe gekennzeichnet, die praktisch alle Bereiche des tÀglichen Lebens abdecken. An grösseren Arbeitgebern sind die RhÀtische Bahn und Repower zu nennen.

In der Landwirtschaft waren 276 Personen tÀtig, im produzierenden Gewerbe 471 und im Dienstleistungsbereich 1049 (Stand Januar 2000).

Verkehr

Die Berninastrasse durchzieht das Gemeindegebiet auf seiner ganzen LĂ€nge. Etwa 2 km unterhalb des Passes zweigt die nur im Sommer befahrbare Strasse ĂŒber die Forcola di Livigno ins zollfreie italienische Gebiet Livigno ab.

FĂŒr die 1908 eröffnete Berninabahn bedeutet Poschiavo den wichtigsten Bahnhof sĂŒdlich des Passes. Im Depot mit angegliederter WerkstĂ€tte werden die Gleichstrom-Triebfahrzeuge der RhĂ€tischen Bahn gewartet. Der StĂŒtzpunkt des Bahndienstes mit Fahrleitungsdienst betreut die gesamte etwa 60 km lange Bahnlinie. Im Jahre 1962 wurde das StationsgebĂ€ude neu erbaut, von 1969 bis 1972 das Depot erweitert. Im Bahnhof wird auch GĂŒterverkehr abgefertigt. Unter anderem wird der örtliche Supermarkt einer grossen Detailhandelskette ĂŒber die Schiene mit Waren versorgt.cite-ref-16[15] Auf Gemeindegebiet liegen auch die bekannten Stationen Ospizio Bernina und Alp GrĂŒm, dazu insgesamt 6 weitere Stationen und Haltestellen.

SehenswĂŒrdigkeiten

Siehe auch

:

Liste der KulturgĂŒter in Poschiavo

Der Borgo von Poschiavo weist ein geschlossenes, stÀdtisch anmutendes Ortsbild mit steinplattengedeckten HÀusern des 16. bis 19. Jahrhunderts auf. Nachdem ein Hochwasser am 18. Juli 1987 schwere SchÀden im Dorfzentrum verursachte, wurden die GebÀude sorgfÀltig restauriert. Poschiavo hat ein Ortsbild von nationaler Bedeutung. 2025 wurde der Ort mit dem Wakkerpreis ausgezeichnet.cite-ref-17[16]

Um die zentrale Plazza da CumĂŒn gruppieren sich:

‱ die spĂ€tgotische Stiftskirche San Vittore mit romanischem Turm,cite-ref-martinoli-18-0[17]
‱ das alte Frauenkloster (Vecchio Monastero) mit der barocken Kapelle Santa Maria Presentata,cite-ref-martinoli-18-1[17]
‱ die Casa TomĂ©,cite-ref-martinoli-18-2[17]cite-ref-19[18]cite-ref-20[19]
‱ das Oratorium Sant’Anna mit Beinhaus,cite-ref-martinoli-18-3[17]
‱ das Rathaus mit einem ehemaligen Wehrturm.cite-ref-martinoli-18-4[17]

Nicht weit entfernt liegt die reformierte Kirche Santa TrinitĂ  von 1649.cite-ref-martinoli-18-5[17]

‱ Der jenseits des Flusses Poschiavino gelegene Palazzo De Bassus-Mengotti wurde als Talmuseum eingerichtet.cite-ref-21[20]
‱ Am sĂŒdlichen Dorfrand bilden einige Palazzi wie das Devon House, die von wohlhabend gewordenen RĂŒckwanderern erbaut wurden, das «Spaniolenviertel».cite-ref-martinoli-18-6[17]cite-ref-22[21]
‱ Noch weiter sĂŒdlich, ehemals auf freiem Feld etwa 500 Meter ausserhalb des Dorfes, wurde 1692 bis 1711 die Kirche Santa Maria Assunta errichtet, die als eine der schönsten Barockkirchen der Schweiz gilt.cite-ref-martinoli-18-7[17]

Am oberen Dorfeingang der Fraktion San Carlo steht die gleichnamige, von 1613 bis 1624 errichtete Pfarrkirche.cite-ref-23[22] Die spĂ€ter angefĂŒgte Passionskapelle birgt Fresken eines unbekannten lombardischen Meisters aus der Mitte des 17. Jahrhunderts. Zusammen mit dem Pfarrhaus, unter dessen Torbogen die Berninastrasse hindurch fĂŒhrt, bildet die Kirche eine malerische GebĂ€udegruppe mit SĂ€gerei, MĂŒhle, Schmiede und WaschhĂ€uschen.

Auch in den Siedlungen der Squadra di Basso findet man eine Reihe gut erhaltener HĂ€user des 17. und 18. Jahrhunderts, mit Wandmalereien, Fenstergittern und den typischen SteindĂ€chern. Besonders geschlossene Ortsbilder besitzen das Dorf Prada und der kleine Weiler Cantone. Beispiele unverfĂ€lschter Kleinsiedlungen sind La Dota, Pisciadel und SplĂŒga.

Kunstgeschichtlich bedeutsam sind ferner die Kapelle San Pietro,cite-ref-martinoli-18-8[17] das Museo d’arte Casa Console,cite-ref-24[23] die Casa Fanconi,cite-ref-martinoli-18-9[17]cite-ref-25[24] die Casa Gervasi,cite-ref-martinoli-18-10[17] die Casa Matossi-Lendi,cite-ref-martinoli-18-11[17]cite-ref-26[25] die Casa Olgiati,cite-ref-martinoli-18-12[17] die Fabbrica Ragazzi,cite-ref-martinoli-18-13[17] das Hotel Albrici,cite-ref-martinoli-18-14[17] mit GemĂ€lden Dodici sibille und Dama triste des Malers Fra Galgario,cite-ref-27[26] die Landolfi-HĂ€user,cite-ref-martinoli-18-15[17] das Alte evangelische Schulhaus,cite-ref-martinoli-18-16[17]cite-ref-28[27] das AufnahmegebĂ€ude der Berninabahn,cite-ref-29[28]cite-ref-martinoli-18-17[17] die Bahnstation Bernina Ospizio,cite-ref-30[29]cite-ref-martinoli-18-18[17] die Zentrale PalĂŒ der frĂŒheren Kraftwerke Brusio (heute Repower AG),cite-ref-31[30]cite-ref-martinoli-18-19[17] das Albergo Bagni in Le Prese,cite-ref-martinoli-18-20[17] das Haus Raselli-Kalt (2002) in Li Curt,cite-ref-32[31]cite-ref-martinoli-18-21[17] der Mulino di Aino (SĂ€gewerk und Schmiede) in Privilasco sowie der Palazzo Dorizzi (Crameri) in Lino.cite-ref-martinoli-18-22[17]

Wanderungen fĂŒhren u. a. zu den MaiensĂ€ssen und Alpen. Die MaiensĂ€sssiedlung Selva besitzt ein Crot und zwei kleine Kirchen; die katholische Kapelle Santi Sebastiano e Sinforosacite-ref-33[32] und die reformierte Kirche Selva.

Kultur

‱ Historisches Gemeindearchiv (Casa Torre) in Via da Mez
‱ Museo valligiano poschiavino (Talmuseum des Puschlavs) in Via da Spultri 270cite-ref-34[33]
‱ Società storica Val Poschiavocite-ref-35[34]
‱ Archivio fotografico Luigi Gisepcite-ref-36[35]

Persönlichkeiten

→

Hauptartikel

:

Liste von Persönlichkeiten aus Poschiavo

Bilder

Literatur

‱ Arno Lanfranchi: Poschiavo (Gemeinde). In: Historisches Lexikon der Schweiz. 30. Juli 2015.
‱ Simona Martinoli u. a.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft fĂŒr Schweizerische Kunstgeschichte. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 547–556.
‱ Daniele Papacella (Hrsg.): Il Borgo di Poschiavo. Un paese si reinventa: storia, società e architettura tra Ottocento e Novecento. Società Storica Val Poschiavo, Tipografia Menghini, Poschiavo 2009.
‱ Erwin Poeschel: Die KunstdenkmĂ€ler des Kantons GraubĂŒnden. Band VI: Die italienischbĂŒndnerischen Talschaften Puschlav, Misox und Calanca (= KunstdenkmĂ€ler der Schweiz. Band 17). Hrsg. von der Gesellschaft fĂŒr Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1975, ISBN 978-3-906131-55-9.
‱ Tomaso Semadeni: Puschlav. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz, Band 5: Pictet – Resti. Attinger, Neuenburg 1921, S. 351–353 (Digitalisat).

Weblinks

‱ Poschiavo auf der Plattform ETHorama (interaktive Karte und digitalisierte Dokumente, die einen direkten Bezug zur Schweiz haben und geografisch mit einem bestimmten Ort verbunden sind; deutsch)
‱ Offizielle Website der Gemeinde Poschiavo (italienisch)
‱ Cristina Giulia Codega, Un’insolita procedura. Il caso delle “Meneghine”, streghe poschiavine inviate al giudizio dell’Inquisizione di Como nel 1709.
‱ Ritratto di Poschiavo e di Bivio nel 1972 (italienisch) auf lanostrastoria.ch/entries/
‱ Die Keramiksammlung des Museo Poschiavino und der Casa TomĂ© in CERAMICA CH – Nationales Keramikinventar der Schweiz

Einzelnachweise

cite-note-11. Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt fĂŒr Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei spĂ€teren Gemeindefusionen wurden die FlĂ€chen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
cite-note-22. Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt fĂŒr Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei spĂ€teren Gemeindefusionen wurden die FlĂ€chen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
cite-note-33. Bilanz der stĂ€ndigen Wohnbevölkerung nach Bezirken und Gemeinden, 1991–2024. In: bfs.admin.ch. Bundesamt fĂŒr Statistik, abgerufen am 28. August 2025 (bei spĂ€teren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst).
cite-note-44. StÀndige und nichtstÀndige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit (Kategorie), Geschlecht und Alter, 2010-2024. Bei spÀteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst. Abruf am 28. August 2025
cite-note-lsg-55. ↑ Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der UniversitĂ€t Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol. Huber, Frauenfeld bzw. Payot, Lausanne 2005, S. 713 f.
cite-note-65. Das Klima in Poschiavo / Robbia
cite-note-77. ↑ Schattenseiten der Hitzewelle – BadeunfĂ€lle, hohe Ozonwerte und Waldbrandgefahr. In: srf.ch. 28. Juni 2019, abgerufen am 29. Juni 2019.
cite-note-2-88. ↑ Sibilla Bondolfi: Im «Nordirland der Schweiz». In: Neue ZĂŒrcher Zeitung. 30. MĂ€rz 2013, ISSN 0376-6829 (nzz.ch [abgerufen am 3. Oktober 2024]).
cite-note-0-99. ↑ Guido Scaramellini: Veltlin. In: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS). 5. Januar 2015, abgerufen am 24. September 2024.
cite-note-3-1010. ↑ Poschiavo, la Chiesa riformata - Riformati Valposchiavo. In: RV Riformati Valposchiavo (Reformierte Gemeinde Valposchiavo). Abgerufen am 24. September 2024 (italienisch).
6. Tom. Semadeni: Geschichte des Puschlavertales. In: F. Pieth (Hrsg.): BĂŒndnerisches Monatsblatt - Zeitschrift fĂŒr BĂŒndner. Geschichte, Landes- und Volkskunde. Nr. 9. Sprecher, Eggerling & Co, Chur August 1929.
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